Ecuador – Reise zur Mitte der Welt

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Der Reisebericht Ecuador 2011 in Bildern.

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Ecuador– Reise zur Mitte der Welt

Ihre Hilfe kommt an – davon konnten sich im Juni acht Paten von Child- Fund Deutschland in Ecuador persönlich überzeugen. Die zehntägige Rundreise bot spannende Einblicke in die Projektarbeit vor Ort und bewegende Treffen von Paten und Patenkindern.

Das ChildFund Ecuador Team in seinem Büro in der Landeshauptstadt Quito.

Seinen Namen verdankt der zweitkleinste Staat Südamerikas dem Äquator, der mitten durchs Land läuft. Anden, Regenwald, Küste und Galapagos- Inseln sowie unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen machen Ecuador zu einem der vielseitigsten Ländern der Erde. Doch bei aller Vielfalt ist das Land auch geprägt von einer ereignisreichen Geschichte. Ecuador ist der zweitärmste Staat Südamerikas. Gerade in den ländlichen Regionen ist die Versorgung mit Strom und sauberem Trinkwasser oft nicht sichergestellt. Die meisten Kinder brechen ihre Ausbildung nach der Grundschule ab, Kinderarbeit ist aufgrund der Armut weit verbreitet. Seit 1984 ist ChildFund deshalb in Ecuador aktiv und verbessert nachhaltig die Lebensbedingungen von benachteiligten Kindern, Familien und ganzen Dorfgemeinschaften. Jeska Wahlers, seit April im Team von ChildFund Deutschland, berichtet von ihren Eindrücken und der großen Chance, die die Erfahrungen vor Ort für sie als neue Mitarbeiterin bietet.

Seit 1984 ist ChildFund in Ecuador aktiv und verbessert nachhaltig die Lebensbedingungen von benachteiligten Kindern, Familien und ganzen Dorfgemeinschaften.

Herzliches Willkommen bei ChildFund Ecuador

Keiner von uns war zuvor schon in Ecuador. Nach etwa 20 Stunden Anreise werden wir in der Landeshauptstadt Quito von den Kollegen von Child- Fund Ecuador empfangen, die sich an diesem Samstag extra alle im Büro versammelt haben, um uns zu begrüßen. Wir begegnen so viel Freude und Herzlichkeit, dass unser Jetlag vorübergehend vergessen ist. Chef Carlos erzählt uns von der Arbeit vor Ort und wie ChildFund Ecuador dazu beiträgt, dass Kinder und Familien ihr Leben aktiv gestalten können. Ermöglicht wird diese Hilfe vor allem durch die Beiträge von Paten wie Petra, die ihr Patenkind Deivid bereits seit über acht Jahren unterstützt und ihn nun zum ersten Mal persönlich kennenlernt. Deivid und seine Mutter begleiten uns auf unserer Stadtführung durch Quito. Die Freude ist auf beiden Seiten groß!

Unvergessliche Begegnungen

Ab dem folgenden Tag sind wir unterwegs durchs ganze Land. Das zweite bewegende Patentreffen erleben wir in Cotacachi: Renate trifft den jungen Edisson und seine Mutter, die beide sehr aufgeregt sind. Gemeinsam wandern wir um die Kraterlagune Cuicocha. Schnell zeigt sich, dass Edisson und seiner Mutter im Gegensatz zu uns die sauerstoffarme Höhenluft nichts ausmacht. Berührt von dieser gemeinsamen Erfahrung reisen wir abends weiter nach Otavalo.

Einblicke in die Entwicklungshilfearbeit vor Ort

Montags besuchen wir erstmals eine Projektgemeinde von ChildFund Ecuador – gerade für mich als Kollegin sehr spannend, vor Ort zu erleben, was unsere Hilfe bewirkt. In der Provinz Pichincha sind wir Gast in einer kleinen Fabrik, wo die Pflanze Herba Luisa, welche die Familien im Projekt anbaut, verarbeitet und weiterverkauft wird. Ein Händler vertreibt das Kraut schließlich als Tee. So erhalten die Familien ein regelmäßiges Einkommen, mit dem sie sich eine eigenständige Existenz aufbauen können. In einem anderen Dorf des Gebiets ist ein Vertriebszentrum für Fruchtmark. Dank der Starthilfe von ChildFund konnten viele Familien kleine Plantagen anlegen. Dort bauen sie Früchte an, aus denen Säfte oder Marmelade gemacht werden. Die Mitarbeiter des dazugehörigen Produktionszentrums Horti Fruit zeigen uns stolz ihren Betrieb, der sich über eine sehr gute Entwicklung freut – ebenso wie die beteiligten Familien. Während unseres Aufenthalts werden wir von Rolando begleitet, der unseren Besuch als Teil eines Jugendprojekts aufzeichnet. Rolando war bis zu seinem 19. Lebensjahr Patenkind. Heute engagiert er sich selbst in der Projektarbeit für jüngere Kinder und in der Reportergruppe. Dass dieser junge Mann, dessen Eltern nicht die Möglichkeit hatten, zur Schule zu gehen, durch die Unterstützung eines Paten studieren kann und eine faire und realistische Chance hat, seinen Traum zu verwirklichen, hinterlässt bei uns allen großen Eindruck.

Herzlicher und aufrichtiger Dank

Zwei Tage später, in Patutan in der Projektzentrale, erzählt uns ein Mann, dass er kaum zur Schule gegangen ist. Im Ort gab es keine, außerdem musste er im elterlichen Betrieb helfen. Heute leitet er die Wasseraufbereitungsanlage der Stadt. Seine sechs Kinder besuchen dank der Unterstützung von ChildFund alle die Universität. Ihnen geht es besser als ihm in diesem Alter, worauf er sehr stolz ist. Er bedankt sich herzlich für die Hilfe aus Deutschland.

Wir besuchen Kindergarten und Schule, die Wasseraufbereitungsanlage und das Verwaltungsgebäude, allesamt durch Spendengelder von ChildFund ermöglicht und erbaut.

ChildFund ist seit 1995 in Patutan aktiv. Davor, also vor nicht einmal zwanzig Jahren, gab es dort kaum ein gemauertes Haus, kein fließendes Wasser oder Strom. Heute sehen wir eine gut organisierte Gemeinschaft. Wir besuchen Kindergarten und Schule, die Wasseraufbereitungsanlage und das Verwaltungsgebäude, allesamt durch Spendengelder von ChildFund ermöglicht und erbaut. Während des Schulbesuchs überreichen uns die Kinder Blumen, wichtigstes Gut der Stadt. Die meisten Eltern betreiben Plantagen mit Rosen und Nelken und verdienen mit dem Vertrieb, der ebenfalls von ChildFund aufgebaut wurde, den Lebensunterhalt für ihre Familien. Ein Besuch auf einer dieser Plantagen darf natürlich nicht fehlen. Später sagt einer der Mitreisenden zu mir: „Die leben das ja total!“ – für mich mit die wichtigsten Worte, die ich auf dieser Reise gehört habe.

Wertvolle Arbeitsmotivation

In Cuenca besuchen wir eine Panamahutfabrik. Entgegen der Erwartung, die der Name hervorruft, stammt dieser nämlich aus Ecuador! Stilvoll behütet setzen wir unsere Reise fort nach Guayaquil, größte Stadt Ecuadors und ehemaliges koloniales Handelszentrum. Tief bewegt von den Eindrücken unseres Aufenthalts fliegen wir zurück. Mitzuerleben, wie wir von Deutschland aus tatsächlich dazu beitragen, dass Menschen ihr Leben aktiv gestalten können, ist für mich die wertvollste Arbeitsmotivation, die ich mir vorstellen kann!




Voller Vorfreude startet unsere Gruppe in das gemeinsame Abenteuer Ecuador.


Die Kollegen von ChildFund Ecuador in Quito bereiten uns einen herzlichen Empfang.


Allen voran Chef Carlos, der mit seinem Team sogar am Samstag im Büro ist, um uns zu begrüßen.