Biluge Mushegera und das Patenschaftsteam
Paten- und Spenderbetreuung
Fon 07022/9259-36
mushegera@childfund.de

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Mein Mann und ich haben Sambia 2008 kennen und lieben gelernt – besonders die Lebensfreude der Kinder dort. Ein Jahr später übernahm ich bei ChildFund Deutschland eine Patenschaft für die 6-jährige Blessed.
In den folgenden zwei Jahren entwickelte sich ein reger Briefkontakt, und als 2011 erneut Sambia als unser Reiseziel feststand, war klar, dass dies mit einem Besuch bei Blessed verbunden werden musste. ChildFund Deutschland unterstützte uns bei den Vorbereitungen und organisierte den Besuch in Zusammenarbeit mit ChildFund Sambia. Ende Juni ist es dann soweit: wir kommen in der sambischen Hauptstadt Lusaka an.
Am nächsten Morgen werden wir von zwei Child-Fund Mitarbeitern zu der etwa 45 Kilometer entfernten Gemeinde gebracht, in der unser Patenkind bei seiner Großmutter lebt. Die Mutter des Mädchens starb, als dieses anderthalb Jahre alt war, der Aufenthalt des Vaters ist unbekannt. Als wir das Dorf erreichen, kann ich Blessed endlich in die Arme schließen. Das halbe Dorf ist zu Ehren unseres Besuchs auf den Beinen. Uns werden die Familienmitglieder vorgestellt – allen voran natürlich Blesseds Großmutter und ihre Tanten und Cousinen.
Von der Familie bekamen wir zur Begrüßung eine kleine Holzgiraffe, ein traditionelles Baumwolltuch für mich und ein Hemd für meinen Mann überreicht. Auch wir haben Kleinigkeiten dabei – Stifte, Hefte, Stofftierchen und Süßes für die Kinder, eine Wolldecke und Seife für die Großmutter. Auf Anraten von ChildFund haben wir keine großen Geschenke mitgebracht, sondern wollen vor Ort das besorgen, was die Familie am dringendsten benötigt. Blessed ist anfangs ziemlich schüchtern – der Rest ihrer Familie dafür umso lebhafter: Es wurde gesungen, gegessen und getanzt, wir fühlten uns wirklich willkommen.
Auf meinen Wunsch besichtigten wir die Schule, in der Blessed die 3. Klasse besucht. Bei einem Gespräch mit dem Rektor wird uns richtig bewusst, wie groß doch die Unterschiede zu unserer Welt sind. Es fehlt eigentlich an allem, besonders Bücher sind Mangelware und unsere mitgebrachten Schreibutensilien werden mit Begeisterung entgegengenommen. Anschließend werden wir im ChildFund Büro über die laufende Projektarbeit informiert. Die Schwerpunkte liegen in der Vermittlung von Bildung, in Jugend- und Gesundheitsprogrammen (besonders in der HIV/Aids Aufklärung) und in der Verbesserung des Lebensunterhalts. So werden beispielsweise Ziegen an bedürftige Familien verteilt – mit der Auflage, die ersten Nachzuchten an andere Familien weiterzugeben. Alle weiteren Zicklein können von den Familien behalten werden. Einmal angestoßen wird das Programm so zum Selbstläufer. Wir sind sehr beeindruckt und freuen uns, dass mit dem Geld hier wirklich Sinnvolles geleistet wird.
Es fehlt eigentlich an allem, besonders Bücher sind Mangelware. Unsere mitgebrachten Schreibutensilien werden mit Begeisterung entgegengenommen.


Zum Abschluss steht schließlich die gemeinsame Einkaufstour auf dem Programm. Dabei kaufen wir für Blessed Schuhe, eine warme Decke und Stoff für eine neue Schuluniform. Die Familie hat sich Wellblech als Bedachung für ihre strohgedeckte Hütte gewünscht. Als wir damit im Dorf ankommen, ist Blesseds Großmutter geradezu fassungslos bei der Vorstellung, endlich ein festes Dach über dem Kopf zu haben, durch das es nicht mehr hereinregnen kann. Diese große Dankbarkeit hat uns tief berührt und wir haben schon sehr lange nicht mehr etwas so gerne geschenkt wie dieses Wellblech. Inzwischen ist auch Blessed immer mehr aufgetaut und scheint es geradezu zu genießen, im Mittelpunkt zu stehen.
Nach letzten Fotos und einer herzlichen Verabschiedung werden wir von den ChildFund Mitarbeitern zurück in unser Gästehaus gebracht. Die Erlebnisse dieses Tages werden für uns immer unvergesslich bleiben. Wir wurden mit offenen Armen und großer Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen. Trotz der einfachen Verhältnisse, in denen die Menschen hier leben, herrschen Fröhlichkeit und Zufriedenheit.
Unser Besuch hat mir ganz klar gezeigt, wie wichtig diese Patenschaft für Blessed und ihre Familie ist. Ich bin stolz und glücklich, dass ich dadurch dazu beitragen kann, dass dieses kleine Mädchen im Leben eine Chance bekommt.