Ruth und Alf Mander

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Paten- und Spenderbetreuung

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Diese Begegnung werden wir noch lange in Erinnerung behalten.

Einen ziemlich ungewöhnlichen Weg, ihr Patenkind Harold Jonathan in den Anden zu besuchen, wählten Ruth und Alf Mander: Sie reisten mit dem Motorrad nach Bolivien!

Ruth und Alf Mander mit ihrem Patenkind Harold und seiner Mutter in der bolivianischen Stadt Oruro

Nachdem wir in den Jahren 2005 und 2008 in Chile zwei Motorräder gemietet und damit ausgedehnte Touren bis nach Uruguay und Brasilien unternommen hatten, kam uns die Idee, im Jahr 2009 erneut Motorräder zu mieten. Dieses Mal wollten wir in das Nachbarland Bolivien fahren, um dort unser Patenkind, einen 11-jährigen Indiojungen, zu besuchen, dessen Familie wir seit Jahren über ChildFund unterstützen.

Wertvolle Unterstützung durch ChildFund Deutschland

Harold Jonathan lebt mit seinen Eltern und seinen beiden Brüdern in Oruro, einer im bolivianischen Hochland auf 3.710 Metern Höhe gelegenen Bergbaustadt, die kaum touristische Attraktionen aufzuweisen hat, und in die sich folglich nur selten ausländische Touristen verirren. ChildFund Deutschland stand unserem Projekt von Anfang an ausgesprochen positiv gegenüber. In der Mitarbeiterin Waltraud Bürger fanden wir eine wertvolle Hilfe, die uns in der Vorbereitungsphase unserer Reise alle erforderlichen Kontakte beim ChildFund Landesbüro in La Paz sowie auch bei der Leitung des Kinderhilfsprojektes Estrella del Sur vor Ort in Oruro vermittelte.

Eine bewegte Anreise

Wer besucht schon sein Patenkind in Südamerika mit dem Motorrad? Bei einem derartigen Vorhaben kann man nicht von einem geregelten Reiseverlauf mit genauen Programmzeiten ausgehen, da zu viele unvorhergesehene Ereignisse den Ablauf verzögern oder gar gänzlich zum Scheitern bringen können. Wir hatten zum Beispiel unterwegs zwei Reifenpannen und auch die bolivianischen Behörden am Grenzübergang zwischen Chile und Bolivien hoch oben in den Anden ließen uns mit unseren Motorrädern am Schlagbaum mehrere Stunden in der Kälte und im Regen stehen, bis sie sich schließlich vergewissert hatten, dass wir keine Drogenhändler, sondern tatsächlich harmlose Touristen sind. Wir wurden immer wieder nach dem Zweck unserer Reise gefragt, aber mit der Auskunft, dass wir unser Patenkind besuchen wollten, wussten sie nichts anzufangen.

Wer besucht schon sein Patenkind in Südamerika mit dem Motorrad?

Wir brauchten uns um nichts zu kümmern

Als wir endlich in Oruro ankamen, brauchten wir uns um nichts mehr zu kümmern, weil unser Treffen mit Harold Jonathan am darauffolgenden Tag vom ChildFund Landesbüro Bolivien bis ins kleinste Detail geplant worden war. Es begann mit einem gemeinsamen Frühstück in Harolds Schule, wo unser Patenkind und seine Mutter kurz nach unserer Ankunft eintrafen. Am Anfang war Harold etwas verstört und sehr schüchtern, weil sich alles um ihn drehte und er das einzige Kind unter vielen Erwachsenen war. Wir hatten insgeheim gehofft, auch seine beiden Brüder und seinen Vater zu treffen, aber die Jungs mussten zur Schule und der Vater konnte nicht von der Arbeit weg. Da wir etwas Spanisch sprechen, konnten wir Harold aber im Laufe des Tages aufmuntern und der Besuch machte ihm dann sichtlich Spaß - vor allem, weil wir unter anderem gemeinsam ein für Kinder interessantes Bergbaumuseum besuchten, wo der Junge vorher noch nie gewesen war.

Zwischendurch gab es ein leckeres Mittagessen in einem einfachen, aber typisch bolivianischen Restaurant, wo wir mit Harold, seiner Mutter und den ChildFund Mitarbeitern unsere Erlebnisse und Eindrücke noch einmal in Ruhe austauschen konnten.

Rundfahrt durch die Heimatstadt

Auch bei einer Rundfahrt durch die 210.000 Einwohner zählende Stadt Oruro hat der Junge Ecken seiner Heimatstadt sehen können, die er bis dahin noch nicht kannte. Wir besichtigten mit ihm zum Beispiel die herrliche Kathedrale der Jungfrau und Schutzpatronin von Oruro (Virgen de Socavon) und das Volkskundemuseum (Museo Antropologico). Außerdem besuchten wir das am Stadtrand gelegene Dünenfeld Arenal de San Francisco, wo die Spieler der örtlichen Fußballvereine mit nackten Füßen im Sand trainieren, um die Fußmuskeln zu stärken. Zwischendurch gab es ein leckeres Mittagessen in einem einfachen, aber typisch bolivianischen Restaurant, wo wir mit Harold, seiner Mutter und den ChildFund Mitarbeitern unsere Erlebnisse und Eindrücke noch einmal in Ruhe austauschen konnten. Da Besuche von Patenkindern auf Wunsch von ChildFund nicht länger als einen Tag dauern sollen, endete unser Besuch vereinbarungsgemäß am späten Nachmittag. Es war für beide Seiten eine interessante Begegnung, die wir - und hoffentlich auch unser Patenkind - noch lange in angenehmer Erinnerung behalten werden.