Biluge Mushegera und das Patenschaftsteam
Paten- und Spenderbetreuung
Fon 07022/9259-36
mushegera@childfund.de

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Der Rechtsanwalt Stephen Helmes aus Waldshut-Tiengen ist seit vielen Jahren Pate bei ChildFund Deutschland. Im April 2011 besuchte er sein Patenkind Fasika in Addis Abeba – und erfüllte sich damit einen lang gehegten Wunsch.

Stephen Helmes mit seinem Patenkind Fasika und ihrer Familie in Addis Abeba.
Seit 1991 unterstützte ich ChildFund (früher CCF) in Äthiopien. Schon damals wünschte ich mir, dieses faszinierende Land einmal selbst zu besuchen und mein Patenkind persönlich kennenzulernen. Leider ist es mir als Freiberufler kaum möglich, größere Urlaubsreisen zu unternehmen, sodass ich lange nicht den Mut fand, mich tatsächlich für eine solche Unternehmung zu entscheiden. So vergingen die Jahre, mein damaliges Patenkind Yared wuchs zu einem jungen Mann heran, der zunächst seine Schulausbildung abschloss und am Ende sogar ein Universitätsstudium absolvierte. Durch den intensiven Briefkontakt mit mir entschloss er sich, meinem Beispiel zu folgen und Jurist zu werden. Dieses Ziel hat er letztendlich auch erreicht, was mich natürlich sehr freute und auch ein wenig stolz machte. Yared ist mittlerweile aus dem Child Projekt ausgeschieden. Im Jahre 2010 übernahm ich eine neue Patenschaft für Fasika, ein sechsjähriges Mädchen aus Addis Abeba. Letztes Jahr entschied ich mich trotz meiner beruflichen Situation relativ spontan dazu, zehn Tage für eine kurze Reise nach Äthiopien frei zu nehmen.
Im Vorfeld des Besuchs waren einige Dinge zu planen und zu erledigen. Neben den üblichen Einreiseformalitäten und den erforderlichen Impfungen war natürlich auch das örtliche ChildFund Büro über meinen Besuch zu informieren. All diese Dinge klappten reibungslos. Über ChildFund Deutschland konnte der Kontakt ohne Schwierigkeiten hergestellt werden. Die Mitarbeiter in Addis Abeba waren mir sogar bei der Reservierung eines Hotelzimmers behilflich und es wurde auch vorab ein Treffen verabredet. Am 4. Mai 2011 war es dann endlich soweit: Ich flog gemeinsam mit meinem Vater von Frankfurt am Main direkt nach Addis Abeba. Zwei Tage später fand das Treffen mit meinem Patenkind in den Räumen des ChildFund Büros vor Ort statt. Natürlich war das ein Moment, auf den ich mich ganz besonders gefreut habe. Fasika lebt mit ihren Eltern im Stadviertel Piazza. Sie ist Einzelkind. Ihr Vater arbeitet als Wächter, ihre Mutter ist Hausfrau. Ich konnte die ganze Familie kennenlernen. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Projektleiters informierte ich mich über die Arbeit von ChildFund in Äthiopien. Die Sozialarbeiter gaben mir bereitwillig Auskunft auf meine zahllosen Fragen. Natürlich wollte ich auch von der Familie meines Patenkindes eine Menge wissen.
Eine Reise zu dem Patenkind ist unbedingt zu empfehlen. Es ist und bleibt ein unvergessliches Erlebnis.

Patenkind Fasika mit ihren Eltern.
Vor meiner Reise hatte ich mir natürlich überlegt, welche Geschenke ich meinem Patenkind und seinen Eltern mitbringen sollte. Ein kleines Spielzeug für Fasika war schnell gefunden, aber welche Mitbringsel sind für die Familie nützlich? Am sinnvollsten erschien mir ein Besuch auf dem örtlichen Markt, wo sich die Familie die Dinge aussuchen kann, die sie wirklich benötigt. In meinem Fall entschieden sich die Eltern allerdings für ein kleines Geldgeschenk. Fasika und ihre Familie gehören wie die meisten Äthiopier der Volksgruppe der Amharen an. Sie sprachen kein Englisch. Dies war jedoch kein größeres Problem, da die Mitarbeiter des Büros bereitwillig übersetzten. Mit den wenigen Sprachbrocken Amharisch, die ich mir vor der Reise angeeignet hatte, kam ich hier natürlich nicht sehr weit. Mit Fasika gab es ohnehin keine Sprachschwierigkeiten. Sie freute sich sehr über die Handpuppe in Form eines Stoffelefanten, die ich ihr mitgebracht hatte. Stolz trug sie ihn während der Zeit des Besuches herum. Leicht fand ich einen spielerischen Zugang zu ihr und verständigte mich auch ohne große Worte mit ihr.
Nach dem Gespräch im Büro luden mich die Mitarbeiter ein zu einem Besuch der Schule meines Patenkinds. Es war gerade große Pause. Wir wurden von den Kindern mit großem Hallo begrüßt und mussten unzählige kleine Hände schütteln. Zum Ende der Pause wurden wir von Fasikas Lehrerin eingeladen, die Klassenräume zu besichtigen. Beim Eintritt erhoben sich alle Kinder und stimmten spontan ein kleines Begrüßungslied an, welches sie für solche Zwecke vorher einstudiert hatten. Wir waren sehr überrascht und erfreut. Solche Augenblicke sind einfach unvergesslich. Nach diesem Ereignis lud ich Fasika, ihre Eltern und zwei Mitarbeiter des ChildFund Projekts noch zu einem Besuch in einem der zahlreichen Cafés in Piazza ein. Dort konnten die Gespräche vertieft werden.
Natürlich ist es jetzt noch zu früh, die mögliche Entwicklung von Fasika vorauszusehen, doch das Beispiel meines Patenkindes Yared macht mir Mut.
Natürlich ist es zu diesem Zeitpunkt noch zu früh, die mögliche Entwicklung von Fasika vorauszusehen. Das Beispiel meines früheren Patenkindes, Yared, macht mir jedoch Mut. Es zeigt sich, dass es neben den regelmäßigen Zahlungen auch wichtig ist, einen möglichst intensiven brieflichen Kontakt mit dem Patenkind aufrecht zu erhalten. Es ist erstaunlich, in welcher Weise dies die Entwicklung eines Kindes fördern kann. Nicht zuletzt ist es auch eine echte Bereicherung für den Paten selbst. Eine Reise zu dem Patenkind ist unbedingt zu empfehlen. Es ist und bleibt ein unvergessliches Erlebnis. Selbst eine kurz bemessene Zeit von wenigen Tagen reicht durchaus, um neben dem Kontakt zum Kind auch einen Eindruck von dem jeweiligen Heimatland des Kindes zu erhalten. Wir nutzten die Gelegenheit, die Stadt Addis Abeba und ihre nähere Umgebung ausgiebig zu erkunden. Dabei haben wir eine Menge gelernt. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass man in vielen kleinen Cafés vor Ort ausgezeichnete Schwarzwälder Kirschtorte bekommen kann?