Ute Schulte

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Mein nächster Brief an Rosita wird ganz dick wegen der vielen Bilder von unserem Treffen.

Bei ihrem Besuch in Mexiko traf Ute Schulte nicht nur ihr Patenkind Rosita, sondern auch deren gesamte Familie. Selbst die Großmutter ließ es sich nicht nehmen, die Patin aus Deutschland zu begrüßen.

Ute Schulte mit ihrem Patenkind und der ganzen Familie

Das Treffen mit Rosa Elvia, von allen Rosita genannt, war ein voller Erfolg und für mich ein unvergessliches Erlebnis. Schon der erste Tag, an dem Rosita mit ihrer Mutter und einer Projektmitarbeiterin nach Oaxaca in Mexiko kommen sollte, war grandios. Es kam nämlich die ganze Familie mit: Mutter und Vater, alle Geschwister und auch das zehn Monate alte Baby der älteren Schwester. Mir standen die Tränen in den Augen. Die Projektmitarbeiterin Eloisa - sie kümmert sich um die gesamte Patenpost, Pateninformation und Patenbetreuung - ist ein Engel und macht ihren Job wunderbar und unkompliziert.



Die Projektmitarbeiterin Eloisa - sie kümmert sich um die gesamte Patenpost, Pateninformation und Patenbetreuung - ist ein Engel und macht ihren Job wunderbar und unkompliziert.

Viel Spaß zusammen

Zusammen mit Rosita, ihrer Familie, Eloisa und dem Dolmetscher Hektor sind wir quer durch Oaxaca gelaufen, haben uns Kirchen, Plätze und Märkte angesehen und uns dabei pausenlos unterhalten. Auch Rosita und ihre Familie kannten Oaxaca noch nicht. Zu einem späten Mittagessen habe ich anschließend alle in ein typisch mexikanisches Fischrestaurant eingeladen. Wir hatten zusammen viel Spaß, Hektor hat sowohl übersetzt, als auch mir bei meinem Spanisch geholfen. Am späten Nachmittag ist die Familie wieder zurück nach Ayutla gefahren. Eloisa blieb in Oaxaca, um mit mir und der Dolmetscherin Maria am Folgetag mit einem Sammeltaxi nach Ayutla zu fahren. Später stellte sich heraus, dass der Taxifahrer auch ein Kind im Projekt hat. Dieser Tag im Projekt hat den ersten Tag noch übertroffen. Ich wurde nicht nur wieder von der gesamten Familie mit großer Freude empfangen, sondern auch von anderen Projektmitarbeitern und Projektkindern, die mich warm und herzlich begrüßten. Ich hatte kleine Geschenke mitgebracht und habe auch viele erhalten. Selbst Rositas Großmutter war nun dabei.

Ausgiebige Besichtigungstour

Ich habe das gesamte Projekt mit all seinen Aktivitäten, Aktionen für große Kinder und für die ganz kleinen, die Räumlichkeiten und die Außenanlage kennengelernt, einfach alles. Ob Spielräume, Gruppenräume, Schreibzimmer für die Post an die Paten, Büros, Küche oder auch die Toiletten, alles wurde mir gezeigt. Es war sehr sauber und gepflegt und wurde von allen auch so behandelt. Man konnte sehen und fühlen, wie stolz alle auf das bisher Geschaffene waren. Zum Mittagessen wurde ich zu super leckeren, aber auch recht scharfen Tamales (gefüllte Taschen aus Maismehl) eingeladen. Auch wenn ich nur zwei davon gegessen habe, sie haben mir sehr gut geschmeckt. Danach ging die Besichtigungstour weiter, nun auf den Ort Ayutla und Umgebung ausgedehnt. Ich habe die Schule von Rosita besucht und ihr auf einer Landkarte Deutschland gezeigt. Weiter ging es zum Tamales-Stand von Rositas Mutter (das Einkommen der Familie), mitten in Ayutla gelegen und dann mit allen zum nahen Ausflugsgebiet "El Paraiso", das wirklich ein kleines Paradies ist.

Ich habe das gesamte Projekt mit all seinen Aktivitäten, Aktionen für große Kinder und für die ganz kleinen, die Räumlichkeiten und die Außenanlage kennengelernt, einfach alles. Man konnte sehen und fühlen, wie stolz alle auf das bisher Geschaffene waren.

Meine Geschenke: Truthähne und Hühner

Natürlich waren wir auch auf dem Markt von Ayutla, der rund um die Kirche stattfindet. Mein lebendes Geschenk an die Familie: drei Pavos (Truthähne) und zehn Gallinas (Hühner bzw. Küken). Damit konnte ich der Familie eine große Freude machen. Der letzte Besuch von Paten im Projekt hatte im vergangenen Herbst stattgefunden, und zwar von einer amerikanischen Gruppe, die vier Stunden am Nachmittag dort verbracht hatte. Ich habe festgestellt, dass ich die einzige deutsche Patin im Projekt bin, die anderen Paten kommen fast nur aus den USA, einige wenige aus Neuseeland und Australien. Die gesamte Patenpost wird genau dokumentiert: Wann hat ein Pate geschrieben, wann das Patenkind, wann gab es den jährlichen Bericht bzw. wann hat ein Patenkind ohne Post vom Paten trotzdem einmal geschrieben.

Mein lebendes Geschenk an die Familie: drei Pavos (Truthähne) und zehn Gallinas (Hühner bzw. Küken). Damit konnte ich der Familie eine große Freude machen.

Erste Patenpost fürs Baby

Dem Projekt gehören insgesamt 490 Kinder an, davon haben 370 einen Paten, von denen etwa 220 bis 250 Kontakt halten. Die Kinder sind nur so lange im Projekt, wie sie an einer Schulausbildung teilnehmen. Aus diesem Grund haben die beiden älteren Geschwister von Rosita das Projekt verlassen, nachdem sie die Schule mit Ende der sechsjährigen Grundschule nicht weitergeführt haben. Rosita geht derzeit in die weiterführende Schule, in der sie nun auch ein wenig Englisch lernt. Rositas kleinere Schwester Marie Isabell ist ebenfalls im Projekt, und auch das Baby der älteren Schwester. Dieses hatte gerade seine erste Patenpost erhalten. Die Mütter der Projektkinder müssen sich reihum ebenfalls im Projekt mit Essen kochen usw. einbringen. Da ist man dann als Mutter für einen Tag in der Woche für ein Jahr fest gebucht. Ältere Kinder, die ihren Paten aus welchen Gründen auch immer verlieren, haben es schwerer, einen neuen Paten zu finden. Ich hoffe nur, das ist dann nicht der Grund für einen frühzeitigen Ausstieg aus dem Projekt. Rosita und ich haben ausgemacht, in unserer Post zukünftig ein bis zwei Sätze in Englisch (gilt für Rosita) bzw. in Spanisch (gilt für mich) zu schreiben. Mein nächster Brief an Rosita wird jedenfalls ganz dick: Er wird viele schöne Bilder und Erinnerungen von unserem Treffen enthalten.