Unser Jahresbericht 2010

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Antje  Becker

Antje Becker
Geschäftsführerin von ChildFund Deutschland, Leiterin Fundraising & Kommunikation

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Geografie

Mit einer Fläche von 1,2 Millionen Quadratkilometern zählt Angola zu den sieben größten Staaten Afrikas. Der Osten des Landes wird vom Sambesi durchflossen. Ein schmaler Landstreifen, der zur Demokratischen Republik Kongo gehört, trennt die Provinz Cabinda vom übrigen Staatsgebiet. Die höchste Erhebung ist der Berg Môcco (2.620 m über dem Meeresspiegel). Angola ist in drei Klimazonen eingeteilt: die tropische Küstenregion, das gemäßigte Bergland und den überwiegend heißen Südosten.

Geschichte

Im Jahr 1483 wurde an der Küste des heutigen Angolas der erste portugiesische Handelsposten errichtet. Wenig später begann die Kolonialisierung des Landes durch Portugal. Als sich Angola 1975 von der Kolonialmacht lossagte, brach ein Bürgerkrieg zwischen den ehemaligen Unabhängigkeitsbewegungen MPLA und UNITA aus. Schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen kamen dabei ums Leben, vier Millionen Menschen wurden vertrieben. Erst seit 2002 herrscht offiziell wieder Frieden.

Wirtschaft

Der 27 Jahre andauernde Bürgerkrieg hat Angola wirtschaftlich und politisch nahezu ruiniert. Das Land verfügt zwar über reiche Vorkommen an Erdöl, Gold und Diamanten. Aufgrund der zerstörten Infrastruktur können diese aber kaum genutzt werden. Jeder Zweite ist arbeitslos. Von den Erwerbstätigen sind mehr als 74 % in der Landwirtschaft beschäftigt. Für den Export wird vor allem Kaffee angebaut. Wegen Landminen kann aber nur ein Sechstel der landwirtschaftlichen Flächen genutzt werden.

Herausforderungen

  • Gesundheit: Viele Kinder haben keinen Zugang zu ausreichend sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und einer grundlegenden medizinischen Versorgung. Das macht sie anfälliger für Durchfall, Malaria, Atemwegsinfektionen und andere vermeidbare Krankheiten. Mindestens jedes dritte Kind ist ganz oder teilweise von ausländischen Nahrungsmittelhilfen abhängig.
  • Bildung: Nur etwa ein Drittel aller Kinder geht überhaupt zur Schule, viele beenden sie bereits nach wenigen Jahren ohne Abschluss. Ein Grund für die hohe Abbrecherquote sind die problematischen Lernbedingungen: Die meisten Lehrkräfte haben keine richtige Ausbildung, es gibt nicht genug Unterrichtsmaterialien und nur wenige intakte Schulgebäude. Denn mehr als die Hälfte aller Schulen wurde während des Bürgerkriegs zerstört.
  • Kriegsfolgen: Immer wieder werden Kinder beim Spielen oder bei der Feldarbeit durch Landminen verletzt oder getötet. Angola gehört neben Kambodscha und Vietnam zu den am stärksten verminten Ländern weltweit. Ihre Zahl wird auf 6 bis 20 Millionen geschätzt. Zahlreiche Jungen, aber auch Mädchen, wurden während des Bürgerkriegs als Kindersoldaten missbraucht.