Unser Jahresbericht 2010

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Antje  Becker

Antje Becker
Geschäftsführerin von ChildFund Deutschland, Leiterin Fundraising & Kommunikation

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Geografie

Guatemala liegt im Süden der Halbinsel Yucatán. Es ist das nördlichste Land Mittelamerikas und grenzt sowohl an den Pazifischen Ozean als auch an die Karibik. Etwa ein Drittel der Landesfläche nimmt die Tiefebene des Petén ein. Hier befindet sich das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Mittelamerikas. Im Zentrum von Guatemala liegen zahlreiche zum Teil aktive Vulkane. Der höchste von ihnen ist der Tajumulco (4.211 m über dem Meeresspiegel). Das Klima reicht je nach Region von feuchttropisch bis extrem trocken.

Geschichte

In vorkolumbianischer Zeit gehörte das heutige Guatemala zum Reich der Maya. Als die Spanier 1524 in Mittelamerika einfielen, war dieses bereits in einzelne Stämme zerfallen und konnte den Conquistadoren nur wenig Widerstand entgegensetzen. 1821 löste sich Guatemala von Spanien und erklärte sich 1838 zur souveränen Republik. Die Folgezeit war geprägt von politischen Machtkämpfen und Militärdiktaturen. Ab 1960 herrschte
ein Bürgerkrieg, seit 1986 befindet sich Guatemala auf dem Weg zur Demokratie. Formell für beendet erklärt wurde der Bürgerkrieg jedoch erst 1996 durch die Unterzeichnung eines Friedensvertrages.

Wirtschaft

Guatemala ist der größte Kaffee-Exporteur Mittelamerikas. Weitere Exportprodukte sind Rohrzucker, Baumwolle, Kardamom und Bananen. In der Landwirtschaft arbeiten 58 % aller Erwerbstätigen. Als traditionelles Agrarland ist Guatemala stark von den Nachfrage- und Preisschwankungen des Weltmarktes abhängig. Der industrielle Sektor erwirtschaftet nur knapp 20 % des Bruttoninlandsproduktes. Wichtigster Handelspartner sind die USA.

Herausforderungen

  • Gesundheit: Schätzungen sozialer Organisationen zufolge leiden in Guatemala etwa 4 Millionen Menschen Hunger. Viele Kinder haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Das macht sie besonders anfällig für hygienebedingte Krankheiten wie Durchfall oder bakterielle Infektionen. Vor allem auf dem Land ist die medizinische Versorgung unzureichend.
  • Bildung: Weniger als 50 % der Jugendlichen und Erwachsenen in Guatemala haben die Grundschule erfolgreich abgeschlossen. Vor allem in den ländlichen Regionen ist das staatliche Bildungsangebot mangelhaft: Es fehlt an Schulgebäuden, die vorhandenen Schulen sind meist schlecht ausgestattet. Unter Menschen indigener Abstammung ist die Analphabetenrate besonders hoch.
  • Kinderarbeit und Kriminalität: Weit über 50 % der Bevölkerung sind arm, 15 % leben sogar in extremer Armut. Kinderarbeit ist weit verbreitet: Etwa 507.000 Mädchen und Jungen zwischen 7 und 14 Jahren sind davon betroffen. Guatemala hat eine sehr hohe Kriminalitätsrate.