Unser Jahresbericht 2010

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Antje  Becker

Antje Becker
Geschäftsführerin von ChildFund Deutschland, Leiterin Fundraising & Kommunikation

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Geografie

Afghanistan ist ein Binnenstaat in Zentralasien. Es ist etwa doppelt so groß wie Deutschland. Drei Viertel des Landes bestehen aus schwer zugänglichen Gebirgsregionen. Der höchste Berg ist der Noshak im Hindukusch (7.485 m über dem Meeresspiegel). Das kontinentale Klima wird geprägt von heißen Sommern und sehr kalten Wintern.

Geschichte

Der Staatsname "Afghanistan" wurde 1801 erstmals erwähnt. 1919 erlangte das Land die Unabhängigkeit von der britischen Krone. Ab 1933 war Afghanistan eine konstitutionelle Monarchie. 1979 marschierten Sowjettruppen ins Land ein und führten einen Stellvertreterkrieg gegen die von den USA unterstützten Mudschaheddin. 1995 begannen die radikal-islamistischen Taliban, Afghanistan zu erobern. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 besetzten die Vereinigten Staaten das Land. Seit 2004 hat Afghanistan mit seinem präsidialen Regierungssystem eine weitgehend demokratische Verfassung.

Wirtschaft

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Dort existiert praktisch keine Industrieproduktion, 80 % der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft. Besonders der ländliche Raum ist von mangelnder Infrastruktur, schlechten Erwerbsmöglichkeiten und geringem Bildungsstand geprägt. Wegen fehlender wirtschaftlicher Alternativen sind viele Bauern gezwungen, Schlafmohn anzubauen: Afghanistan hat einen Weltmarktanteil am Opium- und Heroinhandel von mehr als 90 %.

Herausforderungen

  • Gesundheit: In den ländlichen Regionen haben nur knapp 20 % der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser und einer grundlegenden medizinischen Versorgung. Daher liegt die durchschnittliche Lebenserwartung lediglich bei 44 Jahren. 15 % der Kinder sterben vor ihrem fünften Geburtstag.
  • Bildung: In Afghanistan besteht Schulpflicht für 7- bis 13-Jährige. Der Unterrichtsbesuch ist kostenlos. Dennoch wird nur etwa die Hälfte aller Kinder eingeschult. Das Bildungssystem wurde von den Mudschaheddin und den Taliban weitgehend zerstört. Es fehlt an Schulen, Unterrichtsmaterialien und qualifizierten Lehrkräften. Insbesondere die Mädchen leiden unter schlechten Bildungschancen.
  • Lebensumstände: Das Leben vieler Menschen ist geprägt von Armut und Arbeitslosigkeit. Die unzugängliche Gebirgslandschaft, eine kaum vorhandene Infrastruktur und die instabile Sicherheitslage erschweren die Situation zusätzlich. Hoffnung geben neben der demokratischen Verfassung einige größere Investitionen, die in den vergangenen Jahren getätigt wurden.