Patenschaftsbericht

Ruth und Alf Mander reisten mit dem Motorrad nach Bolivien, um ihr Patenkind kennenzulernen.

Ihre Ansprechpartnerin

Antje  Becker

Antje Becker
Geschäftsführerin von ChildFund Deutschland, Leiterin Fundraising & Kommunikation

Fon 0 70 22/92 59-23
becker@childfund.de

Geografie

Bolivien gliedert sich in drei natürliche Großräume: Das Andenhochland im Westen, das östliche tropische Tiefland und den subtropischen Osthang der Andenkette. Der nach dem Freiheitskämpfer Simón Bolívar benannte Andenstaat ist neben Paraguay das einzige lateinamerikanische Land ohne direkten Zugang zum Meer. Der Titicacasee, der größte Binnensee Südamerikas, liegt zur Hälfte auf bolivianischem Staatsgebiet. Der Vulkan Sajama ist der höchste Berg Boliviens (6.542 m über dem Meeresspiegel).

Geschichte

Im 16. Jahrhundert wurde Bolivien von Spanien erobert. Der Kampf um die Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialherrschaft begann 1809, doch erst 1825 erlangte das Land endgültig die Freiheit. Bis 1935 verlor Bolivien durch eine Reihe von Kriegen große Gebiete an Chile, Paraguay und Brasilien. In der Nachkriegszeit gelangten verschiedenste revolutionäre Bewegungen an die Macht. Aus ihnen ging 1952 der erste zivile Präsident des Landes hervor. 1964 wurde diese Regierung gestürzt und durch eine 18-jährige Militärdiktatur ersetzt. 1985 fanden erstmals demokratische Wahlen statt. Seit 2006 ist Evo Morales Präsident – als erster Indio in der Geschichte des Landes.

Wirtschaft

Obwohl Bolivien eine gewisse wirtschaftliche Stabilität erreicht hat, gehört es noch immer zu den klassischen Entwicklungsländern. Ein Großteil seiner Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, die vorwiegend für den Eigenbedarf betrieben wird. Der industrielle Sektor spielt eine untergeordnete Rolle. Von der Kolonialzeit bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts prägte der Bergbau die bolivianische Wirtschaft. Durch den Verfall der Rohstoffpreise und die zunehmende Erschöpfung der Vorkommen sind die Erlöse aus dem Bergbau stark zurückgegangen.

Herausforderungen

  • Gesundheit: Bolivien weist die höchste Kindersterblichkeit Südamerikas auf. Viele Kinder leiden an Durchfall, Malaria, Tuberkulose oder anderen hygienebedingten Krankheiten, die durch schlechte Wasserqualität und fehlende sanitäre Einrichtungen verursacht werden. Ein weiteres armutsbedingtes Gesundheitsrisiko ist die Chagas-Krankheit, die durch den Biss der Vinchuca-Wanze übertragen wird.
  • Bildung: In Bolivien besteht allgemeine Schulpflicht. Trotzdem haben viele Mädchen und Jungen keinen Zugang zu einer angemessenen Bildung, denn es fehlt an Unterrichtsmaterial, Schulmöbeln, Wasseranschluss, sanitären Einrichtungen und qualifizierten Pädagogen. Oft brechen Kinder die Grundschule ab, weil sie im Haus oder auf dem Feld mitarbeiten müssen.
  • Armut: Bolivien ist eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder Südamerikas. 60 % der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Viele Menschen sind darauf angewiesen, sich als Tagelöhner, Straßenverkäufer oder mit Gelegenheitsjobs durchzuschlagen. In den Städten beträgt die Arbeitslosigkeit 8,5 %. Auf dem Land liegt diese Zahl um ein vielfaches höher.