Patenschaftsbericht

Die Patin Ruth Burmann berichtet über ihren Besuch in Lettland.

Ihre Ansprechpartnerin

Antje  Becker

Antje Becker
Geschäftsführerin von ChildFund Deutschland, Leiterin Fundraising & Kommunikation

Fon 0 70 22/92 59-23
becker@childfund.de

Geografie

Lettland ist die zweitgrößte der drei baltischen Republiken. Es besteht zum größten Teil aus Hügelland mit zahlreichen Seen und einer langen, wenig gegliederten Küstenebene. Die durchschnittliche Höhe Lettlands beträgt 87 m über dem Meeresspiegel. Insgesamt 43 % der Staatsfläche sind mit Wäldern bedeckt. Das Klima ist gemäßigt kontinental mit heißen Sommern und frostigen Wintern.

Geschichte

Nach 1237 wurde Lettland von Deutschordensrittern erobert. Im 16. Jahrhundert geriet das Land zuerst unter schwedischen, dann unter polnischen Einfluss. Im 18. Jahrhundert wurden einige Gebiete an Russland angegliedert. Nach der Russischen Revolution im Jahr 1918 erlangte Lettland die Unabhängigkeit von Russland. Im Zweiten Weltkrieg wurde Lettland von der russischen Armee besetzt und der Sowjetunion angegliedert. Seit 1991 ist Lettland wieder ein souveräner Staat. 2004 trat die Republik der Europäischen Union bei.

Wirtschaft

Lettland ist das ärmste EU-Land. Es besitzt kaum Rohstoffe und ist stark von Importen abhängig. Der größte Wirtschaftssektor sind mit 60 % die Dienstleistungen, gefolgt von der Industrie mit 25 %. Holz und Holzprodukte machen über 30 % der Exporte aus. Die Landwirtschaft spielt nur eine untergeordnete Rolle. Angebaut werden Getreide, Futterpflanzen, Kartoffeln und Zuckerrüben.

Herausforderungen

  • Gesundheit: Der Staat übernimmt nur 60 % der Kosten für ärztliche Behandlungen. Bedürftige Patienten können eine Kostenerstattung beantragen, müssen aber oft lange auf medizinische Versorgung warten. Viele Krankenhäuser wurden aus finanziellen Gründen geschlossen. Einer Umfrage zufolge suchen 48 % der Befragten im Krankheitsfall keinen Arzt auf – aus Geldmangel.
  • Bildung: Für Kinder ab sieben Jahren besteht Schulpflicht. Die Regelschulbildung besteht aus vier Jahren Grundschule und fünf Jahren Hauptschule. Der Unterricht ist kostenlos. Trotzdem steigt die
    Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen.
  • Arbeitslosigkeit: Wegen der hohen Arbeitslosigkeit kommt es sowohl in den Städten als auch auf dem Land zu großer wirtschaftlicher und sozialer Not. Viele Kinder sind verwahrlost oder leben auf der Straße. Das politische und gesellschaftliche Interesse, Not leidende Menschen wahrzunehmen und ihnen zu helfen, ist gering.