Unser Jahresbericht 2010

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Antje  Becker

Antje Becker
Geschäftsführerin von ChildFund Deutschland, Leiterin Fundraising & Kommunikation

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Geografie

Ruanda ist der am dichtesten besiedelte Staat Afrikas. Wegen seiner landschaftlichen Besonderheiten wird er häufig als "Land der tausend Hügel" bezeichnet. Ruanda befindet sich durchschnittlich auf einer Höhe von 1.500 m über dem Meeresspiegel und ist von Bergländern mit teilweise aktiven Vulkanen geprägt. Der höchste dieser Vulkane ist der Karisimibi (4.507 m über dem Meeresspiegel). Aufgrund der Höhenlage ist das Klima trotz der Nähe zum Äquator eher mild und feucht.

Geschichte

Bereits vor der Kolonialzeit existierte in Ruanda eine Monarchie, die sich auf die Adelsklasse der Tutsi stützte, während der größte Teil des einfachen Volkes aus den Hutu bestand. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Ruanda Teil der Kolonie Deutsch-Ostafrika. 1916 besetzten belgische Truppen das Land. Nach dem Ersten Weltkrieg stand Ruanda unter belgischer Verwaltung. 1962 erlangte das Land die Unabhängigkeit. Das wichtigste Ereignis der jüngeren Geschichte ist der Völkermord der Hutu an den Tutsi im Jahr 1994. Dabei wurden innerhalb von nur 100 Tagen bis zu eine Million Angehörige der Tutsi-Minderheit getötet.

Wirtschaft

90 % der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Die wichtigsten Exportprodukte sind Kaffee, Mineralien und Tee. Eine hohe Bevölkerungsdichte, verbunden mit Landknappheit und dem Mangel an natürlichen Ressourcen, setzen dem wirtschaftlichen Wachstum enge Grenzen. Der Völkermord hat Ruandas ohnehin schon schwache Wirtschaft weiter geschädigt. Große Teile der Bevölkerung sind verarmt, insbesondere die Frauen.

Herausforderungen

  • Gesundheit: Auf einen Arzt kommen fast 25.000 Einwohner. Viele Kinder haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und leben unter unzureichenden hygienischen Bedingungen. Das macht sie anfällig für Krankheiten wie Malaria, Durchfall oder bakterielle Infektionen. Die Kindersterblichkeit liegt bei bis zu 20 %. Fast ein Viertel der Kinder unter fünf Jahren ist unterernährt.
  • Bildung: Dass der Besuch einer öffentlichen Grundschule inzwischen kostenlos ist, macht sich positiv bemerkbar: Die Einschulungsrate beträgt rund 95 %. Etwa 15 % der Schüler beenden die Grundschule jedoch ohne Abschluss, nur etwa jedes zehnte Kind erhält die Chance, eine weiterführende Schule zu besuchen. Denn durch den Völkermord wurden viele qualifizierte Lehrkräfte getötet oder leben im Exil.
  • Folgen des Völkermords: Der Völkermord von 1994 hat 600.000 Kinder zu Waisen oder Halbwaisen gemacht. Deshalb gibt es ca. 28.000 sogenannte Kinderhaushalte, denen meist das älteste Mädchen vorsteht. Es muss sich um die Versorgung der Jüngeren kümmern – meist als billige Arbeitskraft auf dem Feld oder durch Prostitution.