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Antje Becker
Geschäftsführerin von ChildFund Deutschland

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02. März 2017

Dringender Hilferuf:
Ostafrika von Hunger bedroht

In Ostafrika bedroht die schwerste Dürre seit Jahrzehnten das Leben von Millionen Menschen. Das Klimaphänomen, das sie 2015 ausgelöst hatte, ist vorbei, dennoch wartet man vielerorts noch immer vergeblich auf Regen. Nach drei Jahren von Ernteausfällen und Viehsterben haben Familien auf dem Land heute nichts mehr, wovon sie ihre Kinder ernähren könnten. Die internationale Hilfe bleibt weit unter dem, was nötig wäre, um den Hunger abzuwenden. In Äthiopien und Kenia tut ChildFund alles, um die Not der Menschen zu lindern – gerade die der Kinder, die an Mangelernährung leiden und aufgrund der Wasserknappheit Infektionen ausgeliefert sind.

Schlimmste Dürre seit Jahrzehnten

Ende 2015 wurden Ost- und Südafrika von dem Klimaphänomen El Niño getroffen, einem der stärksten, das je beobachtet wurde. Einige Regionen hatten ihr Nahen schon 2014 gespürt. Nachdem die üblichen Sommerniederschläge ausgeblieben waren, lagen Flüsse und Wasserspeicher trocken, Ernten fielen aus, das ausgebrachte Saatgut verdorrte, das Vieh verendete oder musste weit unter Wert verkauft werden. Bereits Anfang 2016 hatten Millionen Menschen ihre Existenz als Bauern oder Viehhirten verloren und nicht genug zu essen. Sie verkauften alles, was sie besaßen, doch weil die Preise für Lebensmittel explodiert waren, hing ihr Überleben bald allein von Nahrungshilfen ab.

Im Süden kämpfen Lesotho, Simbabwe, Swasiland und Malawi bis heute gegen die Folgen der schwer­sten Dürre seit Jahrzehnten – selbst Südafrika, die Kornkammer des Kontinents, muss Getreide einführen. Am Horn von Afrika, wo 2016 auch die Regensaison von Oktober bis Dezember ausgefallen ist, sind vor allem Äthiopien, Kenia und Somalia betroffen. Hier droht eine große Hungersnot wie die von 2010-11, weil das dritte Dürrejahr in Folge die Menschen ruiniert und ihre Kräfte erschöpft hat – und weil die Not durch die Konflikte in Sudan, Südsudan und Somalia mit ihren vielen Flüchtlingen und kollabierten staatlichen Strukturen noch verschärft wird.

Hungersnot im Südsudan erklärt

Der Südsudan wird seit 2013 von einem Bürgerkrieg verwüstet, es geht um Zugang zu den Ölreserven und um Macht. Hier ist die Hungersnot, herbeigeführt durch die Verbindung von Dürre, Konflikt und Staatsversagen, bereits furchtbare Realität. Weil Zivilisten gezielt angegriffen, misshandelt und vertrieben werden, ist die Landwirtschaft im eigentlich fruchtbaren Land zum Erliegen gekommen. Rund 5 Mio. Menschen – also fast die Hälfte der Bevölkerung – sind auf Nahrungshilfen angewiesen. Über 1,5 Mio. sind auf der Flucht vor der Gewalt und dem Hunger. Die Kinder darunter sind stark gefährdet, von ihren Eltern getrennt oder Opfer von Übergriffen und Missbrauch zu werden.

Am Horn von Afrika droht der Hunger

Prognosen gehen davon aus, dass in Ostafrika auch in den nächsten Monaten nicht genug Regen fallen wird. Für die Menschen, die wie überall auf dem Kontinent größtenteils vom Land abhängen, geht die Katastrophe damit weiter. Selbst dort, wo die Regierungen vorgesorgt hatten, sind Vorräte und Hilfskapazitäten inzwischen erschöpft. Millionen Familien haben nicht mehr als eine Mahl­zeit am Tag. Erneut mehren sich die Berichte über mangelernährte Kinder, denen bleibende Gesundheitsschäden drohen, wenn die internationale Hilfe nicht bald ausgeweitet wird. Zudem könnte der eingeschränkte Zugang zu Wasser und Hygiene Krankheiten ausbrechen lassen.

Nahrungskrise in Ostafrika: Zahl der auf Hilfe angewiesenen Menschen (Februar 2017). Quelle: UNOCHA Regional Office for Southern and Eastern Africa.

In Äthiopien, Uganda, Kenia und Somalia sind aktuell 12,8 Mio. Menschen von Hunger bedroht und auf Nahrungshilfe angewiesen. In Kenia hat sich die Zahl der Notleidenden von August 2016 bis Januar 2017 mehr als verdoppelt (auf 2,7 Mio.). Bis zu 600.000 Kinder unter 5 Jahren werden 2017 wegen akuter Mangelernährung behandelt werden müssen. Etwa 6 Mio. Kinder gehen derzeit nicht zur Schule, weil diese geschlossen wurde, weil sie zu schwach sind oder arbeiten müssen, um zu überleben. Und diese Zahlen könnten weiter steigen. So kommt die Dürre nach der Gesundheit auch bei der Bildung an – und gefährdet die Zukunft der betroffenen Länder.

Talaso (35) und ihre Tochter Sabdio (18 Mon.) warten auf einen Gesundheitshelfer am Maikona Health Centre in Marsabit County, Kenia. Die Gegend leidet seit einem Jahr unter der Dürre, die Mangelernährung unter Kleinkindern hat stark zugenommen. Foto: Jake Lyell, März 2017.

Das Engagement von ChildFund

Als Mitglied der ChildFund Alliance tragen wir mit unseren Partnerorganisationen aus 10 Ländern dazu bei, das Überleben der Menschen zu sichern. Wir helfen dort, wo wir es aufgrund vorhandener Strukturen und verlässlicher Partner am besten können: in Äthiopien und Kenia.

  • Verteilung von Nahrungsmitteln und Spezialnahrung für mangelernährte Kinder
  • Sicherung der Wasserversorgung: Wasserfilter, Bohrung und Instandsetzung von Brunnen
  • Ausstattung von Gesundheitsstationen, Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen
  • Stärkung der Hygiene: Aufklärung, Handwascheimer, Sanitäranlagen
  • Aufbau von Kinderschutzzentren mit pädagogischer und psychologischer Betreuung
  • Hilfe beim Wiederaufbau durch Saatgut und Kredite
  • Nachhaltige Stärkung der Resistenz der Menschen gegen Wetterextreme durch effizientere Landwirtschaft und alternative Einkommensformen

Bitte unterstützen Sie uns dabei, die befürchtete Hungersnot in Ostafrika zu verhindern und den Menschen dort, wo heute Leben und Gesundheit stark gefährdet sind, zu helfen.

 
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