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Antje Becker
Vorstand

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12. Juli 2016

Luangwa, Sambia:
Vom Überleben in der Dürre

In Luangwa war die dies­jähri­ge Pflanz- und Saat­zeit vor­bei, ehe sie über­haupt richtig ange­fan­gen hatte. Die sam­bi­sche Sied­lung an der Mün­dung des gleich­nami­gen Flus­ses liegt im Drei­länder­eck nahe den Gren­zen zu Sim­bab­we und Mosam­bik. Seit über einem Jahr hat es in der Regi­on kaum gereg­net. Die schwer­ste Dür­re seit Jahr­zehn­ten ließ dem Getrei­de, das die Bau­ern auf die Fel­der brach­ten, nicht ein­mal die Chan­ce zu kei­men. Die meis­ten von ihnen bau­en für den eige­nen Ge­brauch an, sie haben we­der gro­ße Korn­spei­cher noch nen­nens­werte Er­spar­nis­se, auf die sie jetzt zurück­grei­fen könn­ten. Die durch den Klima­wan­del aus den Fu­gen gera­tene Na­tur hat sie ruiniert.

Die Dürre verfestigt die Verarmung

Wenn eine Familie, die von Ern­te zu Ern­te lebt, ihre Lebens­grund­lage ver­liert, setzt ein Domi­no­ef­fekt ein. Er treibt die Men­schen noch tie­fer in die Ar­mut hinein. Zu­nächst gibt es immer weni­ger zu es­sen, über Mona­te nur eine Mahl­zeit am Tag, die zu­dem kaum Nähr­stof­fe ent­hält. Das führt zwangs­läu­fig zu Gesund­heits­proble­men – und Kleinkinder sind davon als erste betrof­fen. Hält die Man­gel­ernäh­rung an, drohen ihnen Ent­wick­lungs­störun­gen, die sie ein Le­ben lang beglei­ten. Die Größ­eren sind nach einigen Wo­chen zu schwach für den Schul­weg und kön­nen sich nicht kon­zen­trie­ren. So kommt die Dür­re auch bei der Bildung an.

Hellen wohnt in Luang­wa und ist Mut­ter von zwei Kin­dern. Vor kur­zem nahm sie einen klei­nen Jun­gen bei sich auf, nach­dem des­sen Mut­ter gestor­ben war. "Ich habe Angst, weil meine Kin­der ster­ben könn­ten. Wenn die Dürre an­dauert, ha­ben wir bald alle nichts mehr zu essen."

ChildFund: Nahrungshilfe für 10.000 Kinder

Den Hunger vor Augen geben die Eltern ihr Er­spar­tes aus, ver­kau­fen das Vieh, ver­schul­den sich bei den Nach­barn. Am Ende bleibt ihnen – nichts. Wenn es dann wie­der reg­net, haben sie kein Saat­gut, das sie pflan­zen könn­ten – und keine Mit­tel, es zu kaufen. In Luang­wa, wo ChildFund mit Paten­schaf­ten aktiv ist, kön­nen wir helfen. In einem ersten Schritt sollen 3.000 Fami­lien mit etwa 10.000 Kin­dern mit Grund­nah­rung ver­sorgt wer­den. Jede wird ge­nug Mais, Erd­nüs­se und Boh­nen bekom­men, um acht Mona­te zu über­leben – bis zur näch­sten Ernte­zeit. Bei unter­ernähr­ten Kin­dern wer­den Sofort­maßnahmen ergriffen, um Folgeschäden zu verhindern.

Alice, Hellens 8-jährige Toch­ter, be­kommt nur noch ein­mal am Tag et­was zu es­sen. Auf dem Feld ihrer Fami­lie hält sie einen aus­gedörr­ten Mais­kol­ben in der Hand: Die Ern­te wurde von der Dür­re vernichtet

Der drohende Hunger im Osten und Süden Afri­kas ist aus dem Blick­feld der Welt­öffent­lichkeit ge­ra­ten. Dabei be­droht die schlei­chen­de Ka­tastro­phe mehr Men­schen­leben als die Kri­sen in Syrien, dem Irak und Süd­su­dan zusammen. In Luang­wa können wir ganz konk­ret hel­fen. Nach der Dürre wird es da­rum gehen, den Men­schen beim Wie­der­aufbau ihrer Exis­tenzen zu helfen: durch Saat­gut, Klein­kredite und die Ein­füh­rung von Anbau- und Be­wäs­serungs­tech­ni­ken, die die Re­sis­tenz gegen Wet­ter­extre­me er­höhen. Dafür brau­chen wir jede Unter­stüt­zung. Vielen Dank für Ihre Patenschaft – und für Ihre Spenden zugunsten der Dürre-Hilfe!

  Weitere Informationen
 

   Dürre in Afrika: Für eine Zukunft ohne Hunger

   Schwere Dürre im Osten und Süden Afrikas: Hintergrund (Video)

   Dürre in Äthiopien: Unser Ansatz hilft nachhaltig (Video)

   Projekt Äthiopien: Armutsbekämpfung und Umweltschutz

Jeden Tag geht Alice hung­rig ins Bett. Der Schlaf hilft, nicht mehr ans Es­sen zu denken. Kin­der sind sehr anpas­sungs­fähig, doch an­hal­ten­de Mangel­ernäh­rung kann bei ihnen irre­versib­le gesund­heit­liche Schäden hinterlassen.