Indiens Gesichter der Hoffnung

Bildungsinitiative für junge Frauen aus armen Familien

Weltweit haben 75 Mio. Mädchen keinen Zugang zu Bildung. Und das bedeu­tet oft auch: keine Chance, später Armut und Diskri­minie­rung zu über­win­den. Beson­ders prekär ist ihre Lage in In­dien, wo tradi­tio­nell eher die Söhne ge­för­dert werden, wäh­rend Mäd­chen oft nicht ein­mal die Grund­schule ab­schlie­ßen können. Statt­des­sen hel­fen sie im Haus­halt mit, bis für sie ein Ehe­mann gefun­den ist. Mit der Ini­tia­tive „Ge­sich­ter der Hoff­nung“ gibt ChildFund Deutsch­land indi­schen Mäd­chen aus ar­men Fami­lien die Chan­ce, nach der Schule zu studie­ren - um spä­ter einen gu­ten Beruf ergrei­fen und ein Leben in Selbst­be­stim­mung und Wür­de führen zu können.

Hintergrund

In Indien leben über 1,2 Mrd. Men­schen, über 40 % davon in extre­mer Armut. Zu den größ­ten He­raus­forde­run­gen gehö­ren Infra­struk­tur, Ge­sund­heit, länd­liche Ent­wick­lung – und Bil­dung. Die Al­pha­beti­sie­rung schrei­tet voran, jedoch kön­nen noch immer fast 290 Mio. Inder weder lesen noch schrei­ben. Die meis­ten von ihnen sind Frauen, die gerade in tradi­tio­nell gepräg­ten Ge­gen­den stark benach­tei­ligt sind. Knapp 85 % der erwachsenen Inde­rin­nen haben nicht einmal die Grund­schule abge­schlos­sen. Sie parti­zi­pie­ren nicht an den Chan­cen, die das wirt­schaft­liche Wachstum im Land mit sich bringt, sondern geraten immer weiter in eine gesellschaftliche Randrolle.

Jedes Mädchen, das die Schule ab­bricht, um minder­jährig verhei­ra­tet zu werden, ist eines zu viel. Bil­dung ist der Schlüs­sel dafür, dass indische Frauen Barrie­ren über­winden und ihre Poten­tia­le nut­zen können. Sie ist die stärk­ste Waffe gegen Fremd­bestim­mung und Aus­beu­tung. Gebil­dete Frauen sind bes­ser vor Armut ge­schützt, sie heira­ten später und werden eher aktiv, um Ver­bes­serun­gen zu erwir­ken – für sich selbst und für ihre Fami­lien. Längst sind sich Exper­ten einig: Die Ent­wick­lung eines Lan­des ist ohne starke Frauen, die die Ernäh­rung ihrer Fami­lien si­chern, für die Aus­bil­dung ihrer Kinder sorgen und offen sind für neue For­men des Wirt­schaf­tens, nicht möglich.

Das Engagement von ChildFund

Die Initia­tive „Gesichter der Hoffnung“ setzt dort an, wo das Enga­ge­ment ande­rer meist auf­hört: bei der Hoch­schul­bil­dung. Wir ge­ben 250 indi­schen Mäd­chen aus armen Familien, die allen Wid­rig­kei­ten zum Trotz die Schule ge­schafft haben, die Mög­lich­keit zu studie­ren. Das bedeutet, dass sie später einen guten Beruf ergrei­fen und Ar­mut für immer hinter sich lassen kön­nen. Davon profi­tie­ren nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Fami­lien und Ge­mein­schaften. Wäh­rend des Studi­ums über­neh­men wir sämt­liche Kos­ten und stellen den Mäd­chen zudem Mentoren zur Seite, die sie bei der Stu­dien- und Berufs­pla­nung und bei der prakti­schen Lebens­orga­nisa­tion unterstützen.

    Die Schwerpunkte unseres Engagements:

  • Informieren: Schon in der Schule treten wir an moti­vier­te Mäd­chen heran und bieten ihnen Be­rufs- und Studien­bera­tun­gen an. Wir führen Gesprä­che mit den Eltern, um sie vom Sinn eines Studi­ums für ihre Töch­ter zu über­zeugen und sich damit ihre Unter­stüt­zung zu sichern.
  • Unterstützen: Wir ermög­lichen 250 Mäd­chen ein Studi­um, indem wir für Unter­kunft, Fahr­ten, Verpfle­gung, Lern­mate­rialien etc. auf­kom­men. Beson­ders arme Familien von geför­derten Mäd­chen, die sich den Ausfall einer Ar­beits­kraft nicht leis­ten können, werden finan­ziell unter­stützt.
  • Bewusstseinsbildung: Veran­stal­tun­gen infor­mie­ren über die Ziele des Pro­jekts und schaf­fen ein Be­wusst­sein für den Wert von Bil­dung. Das gute Bei­spiel der Stu­dentin­nen soll andere Mäd­chen ermutigen, die Schule abzuschließen und höhere Bildungsabschlüsse anzustreben.

Wir glauben: Indiens Zukunft hängt ganz ent­schei­dend von Frauen ab, die enga­giert Verän­derun­gen ein­fordern und diese mit­gestal­ten. Viele der von uns geför­der­ten Mäd­chen sind die ersten in ihren Familien, die keine An­alpha­beten sind. Sie wollen Lehre­rin­nen, Inge­nieurin­nen und Kran­ken­schwes­tern werden – und anderen Mäd­chen zei­gen: Tradi­tio­nelle Vor­stel­lungen, die Frauen enge Grenzen auflegen, die frühe Schul­abbrü­che und Kinds­hei­raten begün­sti­gen, sind über­windbar. Das erfordert Mut und Durch­setzungs­vermö­gen – und verdient jede erdenk­liche Unter­stüt­zung. Setzen Sie mit uns ein Zei­chen für ein besseres, ein gere­chteres Indien – jede Spende zählt!

Projekt-Videos auf YouTube

Auf unserem YouTube-Kanal erfahren Sie mehr über die Lebens­umstände, Wege und Träume der von uns geför­derten Mädchen wie generell über die Bildungs­chan­cen von Frauen in Indien. Ler­nen Sie zum Beispiel Bhawana kennen: Die 21-jährige Studentin macht uns auf eindrucksvolle Weise begreiflich, welche Bedeu­tung ein Studium für ein indisches Mädchen und seine Familie hat.

Projektinfos im Überblick

  • Ziele: Wege zu höherer Bildung für Mäd­chen, Be­wusst­sein für den Wert von Frau­en­bil­dung, Beitrag zur Über­win­dung von Armut und Stär­kung von Fa­mi­lien und Ge­mein­schaften
  • Zielgruppe: 250 junge Frauen aus armen Verhält­nis­sen, ihre Fami­lien und Dorf­gemein­schaf­ten
  • Orte: abge­le­gene Dörfer in den Bun­des­staa­ten Rajas­than und Madhya Pradesh (Studium in regionalen Zentren)
  • Partner: ChildFund Indien
  • Dauer: 2013 bis 2017