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Gefördert aus Mitteln des BMZ

Keine Chance für Seuchen

Sierra Leone: Hygiene und Bewusstsein fördern, Gesundheit sichern

Was Ende 2013 im Urwald Guineas begann, wuchs sich rasch zur ver­hee­rend­sten Ebo­la-Epi­de­mie der Ge­schichte aus. Am Ende hatten sich etwa 28.100 Men­schen infi­ziert, mehr als 11.300 star­ben. Die Dunkel­ziffer ist hoch. Ebola hat vor Au­gen ge­führt, wie schwach die Ge­sund­heits­sys­teme der be­troffe­nen Länder sind. Wer ver­hin­dern will, dass Infek­tions­krank­hei­ten Tau­sen­de Op­fer for­dern, muss hier an­set­zen. Und beim Be­wusst­sein der Men­schen, denn nichts ist ge­fähr­li­cher als Nicht­wis­sen. Im bitter armen Sier­ra Leo­ne tun wir ge­nau das. Und zwar dort, wo Neues am bes­ten ent­stehen kann: an Schulen.

Hintergrund

Jeder Zweite der 5,88 Mio. Einwohner Sierra Leones gilt selbst im Landesvergleich als extrem arm. Nur 62 % haben Zugang zu sau­be­rem Was­ser, auf dem Land ist es nicht ein­mal die Hälfte. Noch schlech­ter steht es um die Sa­nitär­ver­sor­gung: Kaum 15 % der Men­schen haben Zugang zu or­dent­lichen Wasch- und Hy­giene­an­la­gen, viele verrich­ten ihre Not­durft im Frei­en. Wasser, das aus un­siche­ren Quel­len stammt oder durch Ab­wäs­ser kon­ta­mi­niert ist, be­droht die Men­schen mit Infek­tio­nen, von denen einige le­bens­be­droh­lich sind – vor allem für Klein­kin­der. So­lange sich das nicht än­dert, werden ver­meid­bare Krank­heiten und ge­fähr­liche Seu­chen weiter­hin viele Leben fordern.

Selbst helfen kann sich Sierra Leone nicht, denn Ebola hat das Land wirt­schaft­lich um Jahre zu­rück­ge­wor­fen. Das ohne­hin fragile Gesund­heits­sys­tem ist ebenso wie das der Nach­barn Guinea und Libera zu­sam­men­gebrochen. Unter den Ebo­la-To­ten wa­ren 221 Ge­sund­heits­helfer – auch sie traf die Epi­de­mie un­vorbe­rei­tet. Die Fol­gen all dessen sind dras­tisch: Wegen der schlech­ten Ver­sor­gung, der ein­ge­schränk­ten Prä­ven­tion, etwa durch Impfun­gen und die Ver­tei­lung von Mos­kito­net­zen, hat die Aus­brei­tung von Krank­hei­ten wie Ma­sern, Mala­ria oder Menin­gitis zu­ge­nom­men. Gera­de jetzt, da Ebola aus den Schlag­zeilen ver­schwun­den ist, braucht das Land dringend Hilfe.

Das Engagement von ChildFund

Kinder unter 14 Jahren stellen über 40 % der Bevöl­ke­rung Sier­ra Leo­nes. Sie vor Krank­hei­ten zu schüt­zen, die ihr Leben, aber auch ihre Bil­dung be­droh­en, weil sie sie von der Schu­le fern­hal­ten und ihr Lern­po­ten­tial be­ein­träch­ti­gen, ist eine Auf­gabe von höch­ster Dring­lich­keit. In den nörd­li­chen Dis­trik­ten Koina­dugu und Bom­bali sorgen wir an 40 Schu­len für eine si­chere Was­ser- und Sa­ni­tär­ver­sor­gung, besei­tigen Gefah­ren, die durch schlechte Hy­giene aus­gehen und klär­en über Ge­sund­heits­risiken und deren Vor­beu­gung auf. Das senkt die An­fällig­keit für Infek­tio­nen – und ebenso für töd­liche Epi­de­mien. Eine Inves­ti­tion in die Zukunft von zehntausenden Menschen!

    Water, Sanitation, Hygiene (WASH) – Schwerpunkte des Projekts:
  • Sauberes Wasser: Bau und Instandsetzung von 40 Brunnen an Schulen. Installation von 40 Regenwasser-Sammelsystemen mit Auffangtanks. Schulungen zu Reinigung und Wartung.
  • Hygiene: Bau bzw. Aufstellung von sicheren Sanitäranlagen an den Schulen (belüftete Latrinen, 160 Handwascheimer), Verteilung von 400 Hygiene-Sets, Anlage gesicherten Abfallgruben.
  • Aufklärung und Mobilisierung: Aufbau von Schul-Gesundheitsclubs, Schulung von 200 Lehrern und 600 Schü­ler-Bot­schaf­tern (Hy­gie­ne­re­geln, Präven­tion), WASH-Aktions­tage.

Ebola hat Westafrika verändert. Es wird Jahre brau­chen, bis Wirt­schaft und Ge­sell­schaft sich erholt haben. Und Ebo­la bleibt eine Ge­fahr. Die Seu­che darf nie wie­der so viele Kinder zu Wai­sen ma­chen. Dem beugt ChildFund vor: In Sier­ra Leo­ne stärken wir die Wider­stands­fähig­keit von ge­fähr­deten Ge­mein­schaf­ten. Das um­fasst alle Be­reiche der Prä­ven­tion: konk­rete Schutz­maß­nahmen, bes­sere Hygie­ne und mehr Wis­sen um Ge­fahren. Was wir tun, kann schon morgen Leben retten – Ihre Spende hilft uns dabei!

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Projektinfos im Überblick

  • Ziele: Prävention von Infek­tio­nen durch Ver­bes­se­rung der Was­ser- und Hygie­ne­ver­sor­gung an 40 Schu­len, Ge­sund­heits­aufklä­run­gen und -schu­lun­gen
  • Zielgruppe: Schulung von 200 Lehrern und 600 Schü­ler-Bot­schaf­tern, insg. werden 8.600 Schüler erreicht
  • Ort: Distrikte Koina­dugu und Bom­bali, Sierra Leone
  • Partner: BMZ, regio­nale Partnerorganisationen