Ukraine: Krebskranke Kinder

Gefährdete Behandlung sichern durch lebensrettende Medikamente

Die Kinder­klinik in Luzk (Westukraine/Wolhynien) ist über­regio­nal an­er­kannt, hat en­ga­gier­te Ärzte und eine gute tech­ni­sche Aus­stat­tung. Den­noch ist sie auf Unter­stüt­zung ange­wie­sen. Von Krieg und Wirt­schafts­krise er­schüt­tert hat der Sta­at die Ge­sund­heits­aus­gaben ra­dikal gekürzt, für teure The­ra­pien fehlt nun das Geld. Das be­trifft ge­ra­de die Krebs­sta­tion, wo aus­blei­bende Lie­fe­run­gen von Medika­men­ten die wei­tere Behand­lung von Mäd­chen und Jungen ge­fähr­den, die seit Mo­na­ten tapfer gegen den Krebs an­kämpfen. ChildFund stellt sicher, dass die Hei­lungs­chan­cen der klei­nen Patien­ten ge­wahrt bleiben und gibt ihren Fami­lien wieder Hoffnung.

ChildFund vor Ort

Natalija Keda, Leiterin des Kinder­krebs­zent­rums Luzk

"Die Kinder bei uns gehen durch eine schwere Zeit. Ihr Mut bewegt mich zu­tiefst, selbst nach all den Jahren. Ihre Behandlung darf nicht daran schei­tern, dass es dem Staat an Geld fehlt."

Strahlenbelastung nach Tschernobyl

Wolhy­nien zählt zu den Regio­nen, die unter den Fol­gen des Reak­tor­un­falls von Tscher­no­byl (1986) be­son­ders zu lei­den hatten. Bis heute er­kran­ken hier jedes Jahr etwa 30 Kin­der an Leu­kä­mie oder ande­ren For­men von Krebs, die als Spät­fol­gen der radio­akti­ven Belas­tung gel­ten. Viele wurden in den letz­ten 25 Jahren an der On­ko­logie in der Be­zirks­haupt­stadt Luzk be­han­delt und geret­tet. Die Klinik nahm an inter­natio­na­len Krebs-Stu­dien teil; 2009 eröff­nete eine moder­ne Häma­to­logie-Ab­tei­lung. Doch was ist das alles wert in der tie­fen Kri­se, in der sich die Ukrai­ne befin­det? Für die Mädchen und Jun­gen, um die sich die Ärzte derzeit küm­mern, ist das zur Über­lebensfrage geworden.

Gesundheitssystem am Abgrund

Seit dem Regie­rungs­um­sturz An­fang 2014 steckt die Ukrai­ne in einer tie­fen Krise, die alle Berei­che des öffent­li­chen Le­bens um­fasst. Trotz des Waf­fen­still­stands, der sich zudem im­mer wieder als brü­chig erweist, ist der Kon­flikt mit den Se­pa­ra­tis­ten im Süd­osten des Lan­des nicht bei­gelegt. Weil die neue Re­gie­rung mit hohen Schul­den, Infla­tion und einer kolla­bier­ten Wirt­schaft kämpft und Mittel für Re­for­men braucht, hat sie die Ge­sund­heits­aus­gaben radi­kal gekürzt. Das hat Aus­wir­kun­gen auf die medi­zi­nische Ver­sor­gung, die in der Ukrai­ne allein dem Staat obliegt. Überall kommt es zu Eng­pässen – auch an der On­ko­logie in Luzk, die nicht mehr aus­rei­chend mit Krebsmedikamenten beliefert wird.

5.000 Euro und mehr kosten bei einer Krebstherapie allein die Medikamente. Einen Teil davon müssen die Eltern aufbringen – für viele unmöglich.

Hilfe für betroffene Familien

Eine Kran­ken­ver­siche­rung gibt es in der Ukrai­ne nicht – und der gesetz­liche An­spruch auf unent­gelt­liche me­di­zi­nische Leis­tun­gen ent­sprach schon vor der Krise nicht der Rea­lität. Gera­de bei teu­ren The­ra­pien werden Pa­tien­ten seit lan­gem zur Kas­se ge­beten. In Luzk müs­sen die Fami­lien von krebs­kran­ken Kin­dern der­zeit einen gro­ßen Teil der Kos­ten für die Zyto­sta­tika, Immun­stär­ker und Zell­rege­ne­ra­toren selbst auf­brin­gen. Zwischen 5.000 und 10.000 Euro kann das kos­ten. Für viele sind jedoch schon klei­nere Be­träge un­bezahl­bar: Der Durch­schnitts­ver­dienst in der Ukrai­ne ist zuletzt auf unter 200 Euro gefal­len. Das reicht kaum zum Le­ben, ge­schwei­ge denn für teure Me­dizin. Eine Situa­tion, die viele El­tern ver­zweifeln ließ.

Seit Oktober 2014 hilft ChildFund krebs­kran­ken Kindern in Luzk, indem wir einen Teil der Kos­ten für le­bens­retten­de Medi­ka­men­te über­neh­men. Damit stel­len wir sicher, dass die klei­nen Pa­tien­ten und ihre Fami­lien in ihrer schwer­sten Zeit nicht allein­gelas­sen werden. Und sor­gen dafür, dass die Kin­der­krebs­stati­on das hohe Niveau ihrer Arbeit auf­recht­er­hal­ten kann. Für die Kinder selbst bedeu­tet das: bes­sere Hei­lungs­chan­cen und Hoff­nung auf ein Le­ben ohne Krebs. Ihre Spen­den haben das bereits für meh­rere Mäd­chen und Jun­gen mög­lich ge­macht. Helfen Sie uns, noch mehr Kin­dern eine ad­äqua­te Be­hand­lung zu ermöglichen!

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