Bolivien

Junges Unternehmertum stärken

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Eine stabile und existenzsichernde Arbeit zu haben, ist in Bolivien keine Selbstverständlichkeit. Aufgrund fehlender Jobangebote versuchen sich viele junge Menschen selbst am Unternehmertum. Allerdings selten aufgrund optimistischer Chancen, sondern vielmehr als reine Überlebensstrategie. Für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg fehlt es ihnen an notwendigen Fach- und Führungsqualitäten sowie dem Zugang zu Startkapital und Krediten. Daher fördern wir in den Städten El Alto, Oruro und Santa Cruz junge Menschen – insbesondere auch Frauen – indem wir ihnen die notwendigen Werkzeuge, Ressourcen und Netzwerke an die Hand geben, um zu erfolgreichen Kleinunternehmerinnen und -unternehmern zu werden.

Auf einen Blick

Zielgruppe

150 Sekundarschulkinder, die an Berufsprogrammen von öffentlichen Schulen teilnehmen & 150 junge Unternehmer*innen, die bereits im Unternehmertum tätig sind

Ziel

Stärkung der Fähigkeiten junger Menschen zwischen 16 und 30 Jahren in El Alto, Oruro und Santa Cruz zur Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit für eine größere wirtschaftliche Unabhängigkeit und bessere Lebensbedingungen

Partner & Geber

ChildFund Bolivien, Estrella del Sur, Centro de Multiservicios Educativos (CEMSE)

Hintergrund

In Bolivien arbeitet eine Großteil der Bevölkerung aufgrund mangelnder alternativer Angebote im informellen Sektor. Das heißt, sie gehen wirtschaftlichen Tätigkeiten nach, die nicht staatlich erfasst, reguliert oder besteuert werden. Die regionalen Herausforderungen, die zu dieser Situation führen, sind vielfältig und werden in unseren drei Projektstädten verdeutlicht. 

 

El Alto hat ein schnelles Bevölkerungswachstum und eine junge Bevölkerung, allerdings auch eine der höchsten Armutsraten des Landes. Oruro leidet unter wirtschaftlicher Stagnation und Abwanderung nach dem die prägende Bergbauindustrie zurückgegangen ist. Santa Cruz ist zwar ein bolivianisches Wirtschaftszentrum, weist aber starke Ungleichheiten auf. Vor allem viele Jugendliche in den Vorstädten sind auf informelle Beschäftigung angewiesen.

 

Viele von ihnen – darunter auch häufig indigene Unternehmerinnen und Unternehmer aus benachteiligten Regionen – versuchen sich aufgrund mangelnder Perspektiven und als Überlebensstrategie im Unternehmertum. Ihnen mangelt es jedoch an notwendigen Fach- und Führungsqualitäten und der Zugang zu Startkapital und Krediten ist stark eingeschränkt. In der Folge sind sie in Sektoren mit geringer Produktivität und schlechten Arbeitsbedingungen tätig, die kaum Wachstumspotenzial bieten und die eigene Existenzsicherung erschweren.

Bolivien hat die größte indigene Bevölkerung Südamerikas. Sie macht etwa 62 % der Bevölkerung aus.

Bolivien ist eines der ärmsten Länder der Welt. Nach dem Niedergang des Bergbaus dienen heutzutage Öl- und Gasreserven sowie die Land- und Forstwirtschaft als Einnahmequellen.

Die Wirtschaft ist stark informell geprägt. Schätzungsweite etwa 80 % der Beschäftigten arbeiten im informellen Sektor.

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Unser Engagement in Bolivien

Wir fördern junge, oft indigene Unternehmerinnen und Unternehmen aus den benachteiligten Regionen, indem wir sie mit den notwendigen Werkzeugen, Ressourcen und Netzwerken ausstatten, die sie für die Gründung eine nachhaltigen Unternehmens benötigen.  ⅔ der Geförderten sind dabei junge Frauen. Durch unser Projekt stärken wir so ein inklusives unternehmerisches Ökosystem, in dem Potenziale, Innovation und Resilienz wertgeschätzt werden.

 

Zentrale Bausteine sind dabei einerseits Bildungs- und Fördermaßnahmen und andererseits finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten. Mit einer spezifischen Online-Plattform, die auch in den Lehrplan der Berufsschulen integriert wird, werden unternehmerische Fähigkeiten in das bestehende Bildungssystem integriert. Außerdem nehmen junge Unternehmerinnen und Unternehmen an Bootcamps und einem Mentorenprogramm teil, um ihre bereits bestehenden Kleinunternehmen auf ein neues Level zu bringen. 

 

Um angehenden jungen Unternehmerinnen und Unternehmern den Start in ihr Kleinunternehmertum zu ermöglichen, richten wir in unserem Projekt einen revolvierenden Kapitalfonds ein, mit dem innovative und nachhaltige Geschäftspläne unterstützt werden. Außerdem vernetzen wir auf unterschiedlichen Veranstaltungen Investoren mit den Jungunternehmerinnen und -unternehmern und sensibilisieren Marktinsititutionen zu inklusiven Modellen, um auf die besondere Situation benachteiligter Bevölkerungsgruppen, die in das Unternehmertum einsteigen wollen, aufmerksam zu machen. 

 

Zudem arbeiten wir mit den Kommunalverwaltungen zusammen, um lokale Kinderbetreuungsangebote zu verbessern und somit jungen Unternehmerinnen und Unternehmern mit Kindern den Einstieg in die Berufswelt zusätzlich zu erleichtern. 

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