Ukraine
Kinderschutz und mentale Gesundheit im digitalen Raum
Ukrainische Kinder werden durch den Krieg schwer belastet. Um den Stress- und Angstzuständen und der Isolation zu entkommen, flüchten viele von ihnen ins Internet. Dort werden sie mit gewaltsamen Kriegsinhalten konfrontiert, viele erleben zudem verschiedene Formen des Online-Missbrauchs. Durch die Entwicklung eines speziellen Online-Moduls für psychosoziale Unterstützung, die Schulung von Lehrkräften und Psychologen und eine landesweite Aufklärungskampagne stärken wir ihre mentale Gesundheit und den Kinderschutz im digitalen Raum.
Hintergrund
Der Krieg in der Ukraine belastet Kinder und Jugendliche stark. Ständige Luftangriffe, Zerstörung und Vertreibung haben ihr Sicherheitsgefühl und ihr emotionales Wohlbefinden tief erschüttert. Viele Schulen sind dauerhaft geschlossen und Familien befinden sich auf der Flucht. Kinder und Jugendliche können sich kaum mehr mit Freunden treffen oder Freizeitaktivitäten nachgehen.
Viele von ihnen suchen Zuflucht im Internet, um ihre Angst und Isolation zu bewältigen. Im digitalen Raum sind sie jedoch zusätzlichen Gefahren ausgesetzt. Gewaltvolle Inhalte, graphische Kriegsszenen und verschiedene Formen des Online-Missbrauchs sind weit verbreitet.
Die psychischen Belastungen führen bei vielen Kindern und Jugendlichen zu Ängsten, langfristigen Traumatisierungen und Entwicklungsproblemen und gefährden so ihre Zukunft.
Daher setzen wir uns für den Schutz von ukrainischen Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum ein und stärken ihre mentale Gesundheit.
Unser Engagement in der Ukraine
Unsere Arbeit setzt genau dort an, wo Kinder und Jugendliche sich aufhalten, um dem traumatischen Alltag zu entkommen. Mit Expertinnen und Experten entwickeln wir ein spezielles Online-Modul für psychosoziale Unterstützung, das auf der bei Kindern im Alter von 11-14 Jahren besonders beliebten Lernplattform „Minecraft Education“ basiert. In kreativen Bauaufgaben und interaktiven Missionen lernen Kinder, ihre Gefühle auszudrücken und die eigene Resilienz aufzubauen. Das digitale Modul ermöglicht es ihnen zudem, ein stärkeres Sicherheitsgefühl zu entwickeln.
Übungen wie das Gestalten eines eigenen „Safe House“ fördern den Umgang mit Ängsten und stärken soziale Bindungen durch gemeinsames Spielen. Um das Modul nachhaltig zu verankern, schulen wir 500 Lehrkräfte sowie Schulpsychologinnen und -psychologen aus den vom Krieg besonders betroffenen Regionen Charkiw, Dnipropetrowsk, Cherson, Mykolajiw und Odessa. In fünf Online-Sitzungen erhalten sie eine praxisnahe Anleitung und methodische Werkzeuge, um das Modul selbstständig umzusetzen.
Insgesamt 2.500 Kinder, zu gleichen Teilen Mädchen und Jungen, profitieren von dem Projekt. Wir befähigen sie, ihre Emotionen zu erkennen und auszudrücken, ermöglichen ihnen mehr Selbstvertrauen im Umgang mit digitalen Räumen zu entwickeln und ihre eigene Online-Sicherheit aktiv mitzugestalten.
Durch eine begleitende, landesweite Online-Kampagne schaffen wir zudem ein zusätzliches öffentliches Bewusstsein für digitale Risiken und das psychosoziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen und verstärken damit nachhaltig den Schutz der Kinder im digitalen Raum.