Ecuador

Kinder und Jugendliche vor der Rekrutierung durch kriminelle Banden schützen

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Die zunehmende Gewalt und die Verschlechterung der Sicherheitslage in Ecuador gefährden insbesondere Kinder und Jugendliche. Viele von ihnen wachsen in einem Umfeld auf, in dem kriminelle Banden um Einfluss kämpfen und gezielt junge Menschen anwerben. Um dem entgegenzuwirken, braucht es starke lokale Präventionsstrukturen und das gemeinsame Engagement verschiedener gesellschaftlicher Akteure. Das Projekt unterstützt Kommunen, Zivilgesellschaft und weitere Partner dabei, ihre Fähigkeiten zur Förderung von sozialem Zusammenhalt auszubauen, Schutzmechanismen zu stärken und jungen Menschen sichere Perspektiven jenseits von Gewalt und Kriminalität zu eröffnen.

Auf einen Blick

Zielgruppe

Die Gesamtbevölkerung Ecuadors, insbesondere in den vier Provinzen Carchi, Esmeraldas, Imbabura und Manabí.

Ziel

Die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren und lokale Strukturen zur Prävention stärken, damit weniger Kinder und Jugendliche von kriminellen Gruppen rekrutiert werden.

Partner & Geber

ChildFund Ecuador, GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit)

Hintergrund

Ecuador steht vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen: Die Sicherheitslage hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft, Gewalt und organisierte Kriminalität haben zugenommen. Kinder und Jugendliche sind dabei einem erhöhten Risiko ausgesetzt, von kriminellen Banden angesprochen, unter Druck gesetzt und für deren Strukturen angeworben zu werden.

 

Um dieser Entwicklung nachhaltig entgegenzuwirken, braucht es mehr als einzelne Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung. Notwendig sind koordinierte Präventionsansätze, die auf lokaler Ebene ansetzen und verschiedene gesellschaftliche Akteure einbeziehen. Staatliche Maßnahmen müssen durch das Engagement von Kommunen, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und Wissenschaft ergänzt werden, um gemeinsam sichere und inklusive Lebensräume und Chancen für Kinder und Jugendliche zu schaffen.

 

Viele dieser Akteure verfügen jedoch bislang nur über begrenzte Kapazitäten, um aktiv Verantwortung für sozialen Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu übernehmen. Lokale Strukturen zur Prävention von Gewalt und Bandenrekrutierung sind vielerorts noch nicht ausreichend entwickelt oder miteinander vernetzt. Es fehlt an Wissen, Ressourcen und Kooperationsmechanismen, um gefährdete Kinder und Jugendliche frühzeitig zu erreichen und ihnen alternative Perspektiven aufzuzeigen.

Fast 600 Kinder und Jugendliche wurden in Ecuador im Jahr 2025 Opfer tödlicher Gewalt.

Die Zahl der Tötungsdelikte an Kindern und Jugendlichen im Land ist innerhalb von vier Jahren um 640% gestiegen.

Rund 60.000 Menschen in Ecuador sind Mitglieder organisierter krimineller Gruppen, mehrere Tausend von ihnen sind minderjährig.

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Unser Engagement in Ecuador

Unser Projekt setzt auf Zusammenarbeit, Prävention und konkrete Maßnahmen vor Ort, um Kinder und Jugendliche vor Gewalt und der Anwerbung durch kriminelle Gruppen zu schützen

 

Dafür bringen wir staatliche Institutionen, Kommunen, Schulen, Familien und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen und entwickeln gemeinsam nachhaltige Lösungen für sichere und lebenswerte Stadtteile.

 

Ein zentraler Baustein ist die Ausbildung von lokalen Schlüsselakteurinnen (Change Agents). Wir wählen engagierte Personen aus den Gemeinden aus und qualifizieren sie in mehrtägigen Workshops zu Themen wie sozialem Zusammenhalt, Prävention und Zusammenarbeit im Stadtteil

 

Anschließend begleiten wir sie dabei, eigene Aktivitäten umzusetzen, den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren zu fördern und als Ansprechpersonen in ihren Gemeinden zu wirken.

 

Darüber hinaus vermitteln wir Fachkräften und lokalen Partnern den Miles de Manos-Ansatz – eine Methode zur Gewaltprävention, die Familien, Schulen und das Umfeld von Kindern und Jugendlichen einbezieht. In Fortbildungen lernen Teilnehmende, wie sie Eltern und Erziehungsberechtigte dabei unterstützen können, positive Beziehungen aufzubauen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und junge Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten.

 

Gemeinsam mit Kommunen und Stadtteilvertretern entwickeln wir außerdem lokale Pläne zur Verbesserung der Lebensbedingungen und begleiten deren Umsetzung. Runde Tische schaffen Raum für regelmäßigen Austausch und sorgen dafür, dass verschiedene Angebote und Initiativen aufeinander abgestimmt werden.

 

So entstehen starke lokale Netzwerke, in denen Erwachsene Verantwortung übernehmen, Jugendliche Unterstützung finden und Gemeinden gemeinsam daran arbeiten, Gewalt vorzubeugen und Zukunftsperspektiven für Kinder und Jugendliche zu schaffen.

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